Wenn das Schulklo zum Gemeinschaftsprojekt wird – wie andere Schulen Vandalismus erfolgreich stoppen

Auch bei uns an der Schule sorgt der Zustand der Toiletten immer wieder für Ärger: beschmierte Wände, kaputte Spülungen sowie Türen, die nicht richtig schließen oder einfach gar nicht vorhanden sind. Viele Schüler und Schülerinnen gehen nur im Notfall hin und das ist eigentlich ein Zeichen dafür, wie unangenehm die Situation geworden ist. Gleichzeitig ist allen klar, dass man das Problem nicht einfach aussitzen kann. Deshalb stellt sich die Frage: Wie machen es eigentlich andere Schulen, die ähnliche Schwierigkeiten hatten?

Ein Blick auf Projekte aus ganz Deutschland zeigt, dass es tatsächlich Wege gibt, die funktionieren und gar nicht unbedingt teuer oder kompliziert sein müssen. Die German Toilet Organization hat 2024 mit ihrem Wettbewerb „Toiletten machen Schule“ 135 Schulen dazu motiviert, eigene Lösungen zu entwickeln. Der Wettbewerb zeigt deutlich, dass Veränderungen vor allem dann gelingen, wenn die Schulgemeinschaft sie gemeinsam trägt.

So hat die Hellweg Realschule in Unna zum Beispiel erlebt, wie groß der Unterschied sein kann, wenn Schüler und Schülerinnen Verantwortung übernehmen dürfen. Dort engagierte sich eine Gruppe von etwa 20 Jugendlichen dafür, die Toiletten sauber zu halten, Meldesysteme einzuführen und kleine Verbesserungen vorzuschlagen. Außerdem wurden die Räume heller und moderner gestaltet, die Effekte waren sofort spürbar. Laut Schulleitung gab es nach der Umgestaltung keine neuen Vandalismusfälle mehr, weil die Toiletten nicht mehr als „Niemandsland“ wahrgenommen wurden, sondern als ein Ort, um den sich alle gemeinsam kümmern.

Ein anderes Beispiel ist die Grundschule Stielerstraße in München. Sie führte ein einfaches, aber sehr wirksames „Klo-Ampelsystem“ ein. Klassen kontrollieren den Zustand der Toiletten in kurzen Abständen, notieren Probleme und geben sie direkt weiter. So wird nicht nur schnell reagiert, sondern auch klar, dass jeder Einzelne Verantwortung übernimmt. Das hat dort zu deutlich mehr Sauberkeit und selteneren Schäden geführt.

Wichtig ist bei allen Projekten, dass sie nicht nur baulich etwas verändern, sondern vor allem etwas an der Haltung. Schulen berichten immer wieder, dass Toiletten weniger beschädigt werden, wenn Schüler und Schülerinnen mitreden dürfen, etwa bei Regeln, bei der Gestaltung oder bei Kontrollsystemen. Auch eine Schulumfrage, Workshops oder Projekte im Klassenverband können helfen, das Thema aus der Tabuzone zu holen und einen gemeinsamen Umgang zu finden.

Diese Beispiele machen Mut, denn sie zeigen, dass Schultoiletten nicht zwingend dreckig und unangenehm sein müssen. Wenn alle zusammenarbeiten, Schüler und Schülerinnen, Lehrkräfte, Hausmeister und vielleicht sogar Eltern, kann sich viel ändern. Auch an unserer Schule ist jetzt ein guter Moment, um gemeinsam zu überlegen, welches Konzept zu uns passen könnte. Es muss nicht perfekt sein, sondern nur ein Anfang reicht aus. Genau das passiert gerade, unterschiedliche Akteure überlegen, wie man am besten an das Problem herangehen kann. Sowohl Herr Eggemann als auch die Schülervertretung konnten uns einiges zum Thema sagen. Lest also gerne unseren Artikel Vandalismus auf den Schultoiletten um zu erfahren, wie es an unserer Schule vorangeht.

Füllt gerne auch unsere Umfrage zu diesem Thema aus. Wir freuen uns auf eure Antworten: https://forms.gle/mZ8K4NHpRsNPE4Na7

Quellen:

– German Toilet Organization: „Toiletten machen Schule“, Überblick und Projektdokumentation (www.germantoilet.org)

– n-tv: Bericht zur Preisverleihung „Toiletten machen Schule“ und erfolgreiche Schulprojekte (n-tv.de)

– Hellweger Anzeiger: Bericht über die Maßnahmen und Erfolge der Hellweg Realschule Unna (hellwegeranzeiger.de)

Nicolai