Verschneite Ankunft und wunderschöne Landschaften
Am 3. Januar begann unser zweieinhalb Monate langer Schüleraustausch in die Vogesen. Das ist eine Gegend im Nordosten Frankreichs, nicht weit von der deutsch-französischen Grenze, mit wunderschönen Landschaften und Natur.
Bei unserer Ankunft lag sehr viel Schnee. Daher haben wir uns gleich am Tag danach mit unseren Austauschschülerinnen getroffen, um Schlitten zu fahren und im Schnee zu spielen. Das haben wir in der Anfangszeit einige Male gemacht.



Taschenkontrolle und Drei-Gänge-Menü in der Schulkantine
Am Montag begann unsere erste Schulwoche. Wir sind mit dem Schulbus in die Schule gefahren. Nach einer Taschenkontrolle am Eingang wird die Klasse auf dem Schulhof zum Unterricht abgeholt. Das ist hier so üblich, weil es keine Klassenräume gibt, sondern jeder Lehrer einen eigenen Raum hat. Um 12 Uhr beginnt die einstündige Mittagspause, in der es jedes Mal super leckeres Essen mit Salat, Baguette, Käse, Hauptgericht und Nachtisch gibt. Nach dem Mittagessen ist dann bis auf mittwochs jeden Tag noch bis 16 Uhr Unterricht. Am Mittwoch haben wir schon um 12 Uhr Schluss.
Schlittschuh fahren und Käse herstellen
In der zweiten Woche haben wir an einem Schulausflug in die Schlittschuhhalle nach dem Unterricht teilgenommen. Dort waren wir zwei Stunden auf dem Eis und es war sehr lustig.
Zum Ende unseres Aufenthaltes haben wir dann noch einen Ausflug mit der Klasse in die Käserei Géramont unternommen, die im selben Dorf ist wie unsere Schule. Zuerst hat der Chef eine Präsentation über den Betrieb und die Entwicklung der Produktion gehalten. Dabei erzählte er auch, dass 98 % des produzierten Käses nach Deutschland transportiert werden.

Danach haben wir Plastikanzüge, Gummistiefel, Plastikmäntel, Haarnetze und Schutzbrillen bekommen und der Chef hat uns durch die Fabrik geführt. Dort konnten wir die Schritte sehen, wie der Käse hergestellt und eingepackt wird. Am Ende durfte man auch noch Käse probieren.
Aktivitäten nach der Schule und Kartoffeln in der Mikrowelle
In der Schulzeit haben wir nachmittags auch manchmal etwas unternommen. Zum Beispiel waren wir shoppen, haben Kalten Hund gemacht, waren im Kino und im Theater, haben Verwandte und Freunde besucht und kennengelernt, Filme und Olympia geschaut und gemeinsam Gesellschaftsspiele gespielt.
Wir waren auch auf einem Geburtstag mit Übernachtungsparty. Dort haben wir zuerst Kahoots gemacht und Among Us im echten Leben gespielt. Kurz nach Mitternacht haben wir dann angefangen, das Raclette vorzubereiten. Die Kartoffeln haben wir hochprofessionell in der Mikrowelle gemacht, weshalb sie noch sehr hart waren. Deshalb haben wir sie dann oben auf dem Raclette-Stein noch mal gebraten.



Ferien Greta: Eiffelturm und super Wetter
Ende Februar hatten wir dann noch zwei Wochen Winterferien.
In der ersten Woche war ich mit meiner Gastfamilie in Paris. Dort haben wir bei Verwandten geschlafen, die ein großes Haus in einem Nachbarort von Paris haben.
Am Montagmittag sind wir nach etwa drei Stunden Autofahrt dort angekommen. Zuerst waren wir einkaufen und haben die Tickets für die Metro und die RER (das ist der andere Bahnbetrieb in Paris) gekauft. Am Nachmittag haben wir diese Tickets gleich das erste Mal genutzt, um in die Innenstadt von Paris zu fahren. Dort haben wir das Illusionen-Museum besucht und waren danach noch in einigen Läden.
Dienstagmorgen haben wir nach dem Frühstück Sandwiches zum Mittagessen vorbereitet und sind dann vormittags wieder mit der RER nach Paris gefahren. Dort haben wir uns zuerst den Arc de Triomphe angesehen. Danach sind wir durch eine Straße mit ganz vielen teuren Läden wie Dior oder Louis Vuitton zum Place de la Concorde gegangen. Von dort aus konnte man den Eiffelturm und auch die Champs-Élysées sehen. Danach sind wir an der Seine entlang zum Eiffelturm gelaufen und haben dort auch gepicknickt. Am späten Nachmittag kamen wir dann wieder bei Châtelet–Les Halles an. Das ist eine Bahnstation mit einer Shoppingmall, in der wir noch Zeit verbracht haben, bevor wir dann zurück zu den Verwandten gefahren sind.


Mittwoch ging es früh mit dem Auto nach Versailles. Zuerst haben wir das beeindruckende Schloss mit dem Glassaal besichtigt. Dann haben wir draußen wieder vorbereitete Sandwiches gegessen und uns den riesigen und wunderschönen Garten mit den vielen Teichen und Fontänen angeschaut. Danach sind wir noch zu zwei verschiedenen Häusern der Königin gelaufen, die auch echt beeindruckend waren. Zurück bei den Verwandten gab es zum Abendessen Raclette mit diesmal durchgekochten Kartoffeln.
Donnerstag waren wir zuerst im Panthéon. Dort liegen wichtige französische Persönlichkeiten begraben. Danach haben wir wieder gepicknickt und sind dann mit der Metro zur Notre-Dame de Paris gefahren und haben uns die große Kirche angesehen, die mit den vielen bunten Fenstern echt hübsch ist. Danach waren wir auch noch ein bisschen shoppen und sind dann zurückgefahren.
Am Freitag sind wir zuerst auf den Künstlerberg gelaufen. Dort sind ganz viele Porträtzeichner, von denen du dich in verschiedensten Stilen zeichnen lassen kannst, und auch ein paar, die nur ihre Bilder verkaufen. Später sind wir zur Sacré-Cœur gelaufen und nachdem wir auf dem Platz davor, von dem aus man einen super Blick über die ganze Stadt hatte, gepicknickt hatten, sind wir hineingegangen und haben uns die Kirche von innen angeschaut. Am Nachmittag waren wir dann in den Galeries Lafayette. Das ist ein großes, hübsches Gebäude mit unfassbar teuren Kleidungs- und Schmuckgeschäften. Dort habe ich auch die wohl besten Macarons probiert und sie waren mega lecker. Auf der Dachterrasse hatte man auch wieder einen tollen Ausblick.
Samstag sind wir dann wieder zurückgefahren.
In der zweiten Woche haben wir wenig unternommen. Ich war sehr viel draußen, weil das Wetter super war, und wir haben uns mehrmals mit Freunden von meinen Gasteltern zum Essen getroffen. Außerdem waren wir Sonntagabend in einem Trampolinpark mit einem echt coolen, aber auch anspruchsvollen Ninja-Parcours. Es war echt cool und wir hatten viel Spaß.
Am Mittwoch und Donnerstag der zweiten Woche haben Eugénie und ich uns mit Henrike und ihrer Austauschschülerin Lou-Ann getroffen. Das könnt ihr weiter unten lesen.
Am letzten Ferientag waren wir dann noch in Nancy, das ist die nächste Großstadt. Dort waren wir shoppen und in einem Park spazieren, bevor wir in einer Pizzeria zu Mittag gegessen haben. Danach waren wir dort noch in einem Museum, in dem man sich exotische Fische und Krabben in Aquarien ansehen konnte. Zusätzlich gab es eine Ausstellung mit Tiermodellen.
Ferien Henrike: Kartenspiele, Verwandtenbesuche und sehr viel Essen
Ich war in den Ferien größtenteils zu Hause. In den ersten Tagen habe ich einfach ausgeschlafen und danach Filme geguckt und Armbänder geknüpft. Außerdem habe ich viele Kartenspiele mit meiner Austauschschülerin und ihrer Familie gespielt. Wir waren viel mit den Kaninchen im Garten. Zwischendurch musste ich leider auch Hausaufgaben machen.
Am Freitag der ersten Ferienwoche sind wir nach Épinal (die nächstgrößere Stadt) gefahren und haben die Großeltern von Lou-Ann besucht. Mit ihrer Oma haben wir erst gebacken und dann zum Mittagessen gefüllte Kartoffeln gemacht. Das war beides sehr lecker! Nach dem Essen haben wir einige Kartenspiele gespielt und sind spazieren gegangen.
Am Samstag haben wir dann einen Ausflug nach Straßburg gemacht. Wir sind mit dem Zug hingefahren und waren zuerst in einer Vincent-van-Gogh-Ausstellung. Danach waren wir Flammkuchen essen. Nach dem Mittagessen sind wir zum Europaparlament gegangen und haben es von innen besichtigt. Am Eingang war eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen. Im Parlament haben wir eine Führung mit einem Audioguide gemacht. Die gab es sogar auf Deutsch. Dann sind wir noch zur Kathedrale gelaufen und dort auch in den Turm gegangen. Oben war eine Plattform, von der man eine wunderschöne Aussicht über die Stadt hatte. Man konnte sogar den Schwarzwald sehen. Später sind wir noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen und haben bei McDonald’s gegessen, bevor wir wieder mit dem Zug zurückgefahren sind.

Am Sonntag hatten wir dann Besuch von der Tante von Lou-Ann, ihrem Mann, ihrem Sohn und den Großeltern. Wir haben Tee getrunken, Kuchen gegessen und Kartenspiele gespielt.
Am Dienstag sind wir zu dem Onkel und der Tante von Lou-Ann nach Nancy gefahren. Wir haben zusammen Mittag gegessen und sind dann in der Stadt spazieren gegangen. In Nancy gibt es sehr viele schöne Plätze und einen riesigen Park.
Am letzten Wochenende waren wir noch in Épinal in einem Tierpark und sind zu einer Burgruine gegangen. Danach waren wir noch bei Lou-Anns Onkel und haben dort Kuchen gegessen.
Ferien gemeinsam: Kleinkinder auf dem Eis und Spätzle kochen – schwer gemacht
Am Mittwoch haben wir uns dann bei Lou-Ann getroffen. Wir hatten super Wetter, weshalb wir im Garten waren. Dort haben wir Mölkky (ein Wurfspiel) gespielt und festgestellt, dass wir beide ziemlich schlecht darin sind.
Am Donnerstag sind wir nach Épinal in die Schlittschuhhalle gefahren. Es war sehr lustig, besonders als wir angefangen haben, mit den Fahrhilfen für die kleinen Kinder (auf die man sich auch draufsetzen kann) durch die Gegend zu fahren und uns mit fremden Jungs, die etwa zwei Jahre jünger waren, immer gegenseitig zu rammen. Als wir wieder zu Hause waren, haben wir versucht, für die beiden Gastfamilien Käsespätzle zu kochen, was so semi funktioniert hat. Das größte Problem war, dass wir viel zu viele Spätzle hatten und diese in kaltes Wasser getan haben. Deshalb hat es ewig gedauert, bis sie fertig waren. Letztendlich hat es aber trotzdem geschmeckt.
Cabane und der Countdown läuft
Nach den Ferien begannen unsere letzten zwei Wochen, in denen wir noch etwas unternommen haben. Am Wochenende haben wir uns getroffen und gemeinsam mit Florestine, der Stiefschwester von Eugénie, eine Hütte aus Ästen (so etwas nennt man auf Französisch Cabane) im Wald gebaut und sie dekoriert. Als wir fertig waren, haben wir dort auch etwas Zeit verbracht, Armbänder gemacht und Musik gehört. Außerdem haben wir noch Brettspiele gespielt und waren noch einmal gemeinsam in Épinal shoppen. Dann mussten wir auch schon anfangen, unsere Koffer zu packen.


Tolle Zeit und neue Freunde
Jetzt dauert es nur noch eine Woche, bis wir zurück nach Deutschland fahren. Wir haben viel erlebt, gelernt und gelacht. Wir haben uns mit allen super verstanden, weshalb der Abschied sicherlich nicht leicht sein wird. Trotzdem freuen wir uns auch schon darauf, unsere Familien und Freunde wiederzusehen.
Eure Henrike und Greta 😉

